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Victims' rights - by country

Schottland

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Schottland

Victims' Rights in Scotland

As a victim of crime you have rights.

You have the right to use victim support services even if the crime has not been reported to the police. Such services can provide practical and emotional support to victims of crime.

The Victims' Code for Scotland sets out your rights, how to exercise them and who to contact for help and advice. It includes information on your:

  • Right to minimum standards of service - how you'll be treated by criminal justice organisations
  • Right to information - how you'll be updated about your case and what you can ask about
  • Right to participation - being understood, understanding what's happening and telling the court how a crime has affected you
  • Right to protection and protection of privacy - feeling safe and protected from intimidation
  • Right to support - whether you report the crime to the police or not
  • Right to compensation and expenses - such as travel expenses, loss of earnings or compensation if you were injured.
  • Information on the release of an offender (VIctim Notification Scheme)
  • Support for Vulnerable Individuals in Court (Special Measures)

You also have a right to complain if you're unhappy about how an organisation has treated you.

Visit mygov.scot to find out more about your rights as a victim of crime at the different steps of the criminal justice process, including reporting a crime, investigation and prosecution, if a case goes to court and what happens after the verdict.

You can also read about help and support for victims of crime.

Click on the links below to find the information that you need

1 - My rights as a victim of crime

2 - Reporting a crime and my rights during the investigation or trial

3 - My rights after trial

4 - Compensation

5 - My rights to support and assistance

Last update: 17/05/2019

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1 - Meine Rechte als Opfer einer Straftat

Welche Informationen erhalte ich von den Behörden nach der Straftat (z. B. der Polizei, der Staatsanwaltschaft) noch bevor ich sie zur Anzeige bringe?

Wenn Sie Auskunft über eine Straftat erhalten wollen, können Sie sich an die zuständigen Stellen wenden (Police Scotland, Crown Office and Procurator Fiscal Service, Scottish Courts and Tribunals Service, Scottish Prison Service und Parole Board for Scotland). Weitere Informationen finden Sie auf der Link öffnet neues FensterWebsite der schottischen Regierung zu Kriminalität, Justiz und Recht.

Wenn Sie eine Straftat zur Anzeige bringen, stellt Ihnen die Polizei eine Opferbetreuungskarte aus. Die Karte bestätigt Ihre Anzeige und enthält weitere Informationen.

Dem Leitfaden Link öffnet neues FensterVictim's Code for Scotland können Sie entnehmen, welche Rechte Ihnen in den einzelnen Stufen eines Strafverfahrens zustehen.

Ich lebe nicht in dem EU-Mitgliedstaat, in dem die Straftat begangen wurde (EU- und Nicht-EU-Bürger). Wie werden meine Rechte geschützt?

Auch wenn die Straftat nicht in Schottland begangen wurde, Sie aber in Schottland leben, haben Sie Anspruch auf Schutz.

Eine Grundlage dafür ist die Europäische Schutzanordnung (ESA). Danach kann jedes Gericht in der EU eine Anordnung erlassen (um beispielsweise einer Person zu verbieten, sich Ihnen zu nähern), die in Schottland anerkannt und vollstreckt werden muss. Ebenso kann eine in Schottland erlassene Anordnung in das Land übertragen werden, in dem Sie leben.

Weitere Informationen über die Europäische Schutzanordnung finden Sie auf der Website des Scottish Courts and Tribunals Service.

Nach dem Victims and Witnesses Act 2014 (Opfer- und Zeugengesetz von 2014) können Sie eine Straftat, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat begangen wurde, bei der schottischen Polizei anzeigen. Diese muss dafür sorgen, dass die Anzeige so schnell wie möglich an die zuständige Behörde des Mitgliedstaates weitergeleitet wird, in dem die nachweisliche oder vermeintliche Straftat begangen wurde.

Welche Informationen erhalte ich, wenn ich eine Straftat anzeige?

Wenn Sie Anzeige erstattet haben, wird eine Opferbetreuungskarte für Sie ausgestellt. Sie sind außerdem berechtigt, bei folgenden Behörden Auskünfte über Ihren Fall einzuholen:

  • bei der schottischen Polizei (Police Scotland) – wenn keine strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet bzw. die Ermittlungen eingestellt werden, Auskunft über die betreffende Entscheidung und ihre Begründung;
  • beim Crown Office and Procurator Fiscal Service (Staatsanwaltschaft) – wenn Ihr Fall nicht strafrechtlich verfolgt wird, haben Sie das Recht zu erfahren, welche Gründe dafür vorliegen, und eine Überprüfung dieser Entscheidung zu verlangen;
  • beim Scottish Courts and Tribunals Service (schottischer Gerichtsdienst) – Gerichtstermine, die rechtskräftige Entscheidung eines Gerichts in einem Verfahren und eventuell eingelegte Rechtsmittel sowie die Gründe dafür.

Habe ich Anspruch auf kostenfreie Dolmetsch- oder Übersetzungsleistungen (im Kontakt mit der Polizei oder anderen Behörden bzw. im Rahmen der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens)?

Sie haben Anspruch darauf, während des gesamten Strafprozesses alles zu verstehen und verstanden zu werden. Wenn Sie kein oder nur wenig Englisch verstehen oder sprechen, können Sie einen Dolmetscher anfordern, der Ihnen hilft,

  • die Ihnen gestellten Fragen zu verstehen,
  • die Ihnen erteilten Auskünfte zu verstehen,
  • Fragen zu beantworten und Angaben zu machen und sich auch auf andere Weise umfassend verständlich zu machen.

Außerdem können Sie verlangen, dass Schriftstücke, die Ihnen kraft Gesetzes ausgehändigt werden oder die für Ihre Beteiligung an den Ermittlungen oder am Verfahren unerlässlich sind, übersetzt werden.

Wie stellt die Behörde sicher, dass ich alles verstehe und auch verstanden werde (z. B. Kinder oder Menschen mit Behinderung)?

Informationen stehen auf Anfrage in verschiedenen Formaten zur Verfügung. In Kürze wird auch der Victims‘ Code (Leitfaden für Opfer) in einer leicht verständlichen Fassung vorliegen.

Die gemeinnützige Organisation „Appropriate Adults“ hilft bei der Verständigung zwischen der Polizei und Opfern ab 16 Jahren, denen es aufgrund einer geistigen Beeinträchtigung oder einer Lernschwäche schwerfällt, mit anderen zu kommunizieren. Die Organisation unterstützt die betreffenden Personen vor allem bei polizeilichen Befragungen, aber sie kann auch bei gerichtsmedizinischen Untersuchungen und bei der Identifizierung von Personen helfen.

Unterstützung von Opfern

Wer bietet Opfern Unterstützung?

Es gibt eine Reihe von Organisationen, die Opfer je nach Art der Straftat unterstützen.

  • Victim Support Scotland (VSS) ist die größte gemeinnützige Organisation, die Opfern und Zeugen von Straftaten in Schottland Unterstützung und Information bietet. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen des Einzelnen, um jedem die Unterstützung zu bieten, die er benötigt.
  • Community Safety Glasgow (TARA) hilft Opfern von Menschenhandel durch vorübergehende Unterbringung, je nach Bedarf bis zu 45 Tage, durch Betreuungsplanung, Weitervermittlung und Zugang zu Rechtsberatung.
  • Migrant Help unterstützt schutzbedürftige Migranten durch Beratung und Begleitung für Asylsuchende, Dienste für ausländische Untersuchungshäftlinge und Beratung für ausländische Strafgefangene.
  • Weitere Organisationen sind PETAL, Rape Crisis Scotland, Scottish Women's Aid oder ChildLine.
  • Die Kontaktangaben zu allen Opferhilfeeinrichtungen finden Sie imLink öffnet neues FensterVictims' Code for Scotland.

Wird mich die Polizei automatisch an eine Opferhilfe verweisen?

Die Polizei wird Sie fragen, ob Sie an eine Opferhilfeeinrichtung vermittelt werden möchten. Die Angaben zu Ihrer Person werden nur dann an diese Stellen weitergegeben, wenn Sie sich damit einverstanden erklärt haben.

Wie wird meine Privatsphäre geschützt?

Wenn Sie eine Straftat anzeigen, wird die Polizei alles tun, um Ihnen zu helfen und Sie vor erneuter Schikane, Einschüchterung und Repressalien zu schützen. Sie wird

  • Sie nur befragen, wenn es notwendig ist;
  • dafür sorgen, dass die Befragungen auf ein Minimum beschränkt bleiben;
  • die Befragungen in dafür vorgesehenen Räumen durchführen.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Gericht die Berichterstattung über Ihren Fall in den Medien einschränken.

Muss ich eine Straftat zur Anzeige bringen, bevor ich Opferhilfe erhalten kann?

Nein, Sie können sich auch dann an eine Opferhilfeeinrichtung wenden, wenn die Straftat nicht bei der Polizei angezeigt wurde.

Persönlicher Schutz gefährdeter Personen

Welche Arten von Schutz gibt es?

Wenn Sie eine Straftat anzeigen, wird die Polizei alles tun, um Sie vor erneuter Schikane, Einschüchterung und Repressalien zu schützen.

Sie wird,

  • Sie nur befragen, wenn es notwendig ist;
  • dafür sorgen, dass die Befragungen auf ein Minimum beschränkt bleiben;
  • die Befragungen in dafür vorgesehenen Räumen durchführen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Gericht die Berichterstattung über Ihren Fall in den Medien einschränken. Das Gericht kann gegebenenfalls auch besondere Kautionsauflagen für Beschuldigte anordnen.

Weitere Informationen über Schutzmaßnahmen sind bei der schottischen Polizei oder der Staatsanwaltschaft erhältlich.

Wer kann mir Schutz bieten?

Siehe oben.

Wird geprüft, ob ich einem weiteren Schadensrisiko durch den Täter ausgesetzt bin?

Siehe oben.

Wird geprüft, ob ich einem weiteren Schadensrisiko durch die Strafjustiz ausgesetzt bin (im Rahmen der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens)?

Siehe oben.

Welcher Schutz steht besonders schutzbedürftigen Opfern zur Verfügung?

Siehe oben.

Ich bin minderjährig. Habe ich besondere Rechte?

Manche Personen sind aufgrund der Umstände oder ihrer Aussage vor Gericht besonders schutzbedürftig oder gefährdet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schutzbedürftigen Zeugen bei ihrer Aussage vor Gericht zu helfen, indem man sie beispielsweise in einer Live-Schaltung oder hinter einer Abschirmung aussagen lässt, damit sie den Beschuldigten nicht sehen müssen. Hierbei handelt es sich um sogenannte „Sondermaßnahmen“.

Weitere Informationen über Sondermaßnahmen erhalten Sie beim Crown Office and Procurator Fiscal Service (Staatsanwaltschaft) und beim Scottish Courts and Tribunals Service (schottischer Gerichtsdienst). Die betreffende Behörde muss Sie fragen, ob Sie Bedenken haben, als Zeuge auszusagen. Sie kann Ihnen helfen, indem Sie Ihnen verschiedene Aussagemöglichkeiten aufzeigt.

Alle Kinder und Jugendlichen (unter 18 Jahren) gelten per Gesetz als schutzbedürftig. Sie haben ebenso wie Opfer von häuslicher Gewalt, Sexualstraftaten, Menschenhandel und Stalking automatisch Anspruch auf bestimmte standardmäßige Sondermaßnahmen. Auch Zeugen mit einer geistigen Behinderung oder Lernschwäche und Zeugen, bei denen die bevorstehende Aussage Angst und Stress auslöst, können als schutzbedürftig angesehen werden. Die Feststellung der besonderen Schutzbedürftigkeit nimmt der Crown Office and Procurator Fiscal Service vor.

Der Scottish Courts and Tribunal Service sorgt dafür, dass für Opfer und Zeugen der Verteidigung getrennte Wartebereiche zur Verfügung stehen.

Ein Familienangehöriger kam infolge einer Straftat ums Leben. Welche Rechte habe ich?

Auch Angehörige der Opfer von Straftaten können sich an eine Opferhilfeeinrichtung wie Victim Support Scotland wenden.

Wenn ein enger Angehöriger durch eine Straftat ums Leben gekommen ist, stehen Ihnen möglicherweise die gleichen Rechte zu (z. B. das Recht auf Auskunft über den Fall) wie dem Opfer einer Straftat. Sie haben dann beispielsweise ein Recht darauf, von der Polizei informiert zu werden.

Weitere Informationen finden Sie im Victims' Code (Leitfaden für Opfer) und in den von der schottischen Polizei, dem Crown Office and Procurator Fiscal Service, dem Scottish Courts and Tribunals Service, dem Scottish Prison Service und dem Parole Board for Scotland gemeinsam erstellten Dienstleistungsstandards. (siehe Link weiter unten).

Ein Familienangehöriger wurde Opfer einer Straftat. Welche Rechte habe ich?

Auch Angehörige der Opfer von Straftaten können sich an eine Opferhilfeeinrichtung wie Victim Support Scotland wenden.

In manchen Fällen (wenn beispielsweise das Opfer verstorben ist) stehen einem Angehörigen die gleichen Rechte zu (z. B. das Recht auf Auskunft über den Fall) wie dem Opfer einer Straftat.

Sie haben dann beispielsweise ein Recht darauf, von der Polizei informiert zu werden. Weitere Informationen finden Sie im Link öffnet neues FensterVictim's Code und in den vom Scottish Courts and Tribunals Service erstelltenLink öffnet neues FensterDienstleistungsstandards.

Kann ich Mediationsleistungen nutzen? Unter welchen Voraussetzungen? Werde ich während der Mediation sicher sein?

Ziel der Scottish Community Justice Organisation (Sacro) ist es, in ganz Schottland für mehr Sicherheit und Zusammenhalt in den Gemeinschaften zu sorgen. Sie bietet Mediationen an. Genaueres hierzu finden Sie auf der Link öffnet neues FensterWebsite von Sacro.

Wo finde ich das Gesetz, in dem meine Rechte stehen?

Die aktuellsten Informationen über die Rechte der Opfer von Straftaten finden Sie im Victims' Code for Scotland, den Sie Link öffnet neues Fensterhier herunterladen können.

Letzte Aktualisierung: 29/01/2019

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2 - Anzeige einer Straftat und meine Rechte im Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren

Wie kann ich eine Straftat anzeigen?

In einem Notfall wählen Sie die Notrufnummer 999. Wenn Sie eine Straftat melden wollen, wählen Sie die Nummer 101.

Wer taub, schwerhörig oder sprachbehindert ist, kann die Schreibtelefon-Nummer 18000 wählen.

Wenn Sie bei Link öffnet neues FensteremergencySMS registriert sind und keine andere Möglichkeit haben, können Sie eine Textnachricht an die Nummer 999 senden.

Wann wird die 999 gewählt

Die Notrufnummer 999 wählen Sie, wenn

  • Gefahr für Leib oder Leben einer Person besteht;
  • gerade eine Straftat begangen wird;
  • ein vermeintlicher Straftäter sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Anruf bei der Polizei

Wenn Sie der Polizei eine Straftat melden wollen und es sich nicht um einen Notfall handelt, wählen Sie die Nummer 101.

Wer taub, schwerhörig oder sprachbehindert ist, kann die Schreibtelefon-Nummer 18001 101 wählen.

Es handelt es sich nicht um einen Notfall,

  • wenn Ihr Fahrzeug gestohlen wurde;
  • wenn Ihr Eigentum beschädigt wurde;
  • wenn Sie Drogengebrauch oder Drogenhandel vermuten;
  • wenn Sie einen leichten Verkehrsunfall melden wollen;
  • wenn Sie der Polizei etwas über eine Straftat in ihrer Umgebung mitteilen wollen.

Online-Anzeige einer Straftat

Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, können Sie folgende Straftaten auf der Website der schottischen Polizei anzeigen:

Wenn sie anonym eine Straftat anzeigen wollen, können Sie das Link öffnet neues FensterOnline-Formular von Crimestoppers ausfüllen.

Wie kann ich erfahren, was in dem Fall unternommen wird?

Als Opfer einer Straftat haben Sie das Recht zu erfahren, was in Ihrem Fall unternommen wird. Wenn Sie keine Informationen erhalten haben, können Sie sich mit einer Anfrage an folgende Stellen wenden:

  • Link öffnet neues FensterPolice Scotland - Auskünfte über die Entscheidung, keine polizeilichen Ermittlungen aufzunehmen oder die Ermittlungen einzustellen, und die Gründe dafür;
  • Link öffnet neues FensterCrown Office and Prosecutor Fiscal Service - Wenn Ihr Fall nicht weiter verfolgt wird, haben Sie das Recht, die Gründe dafür zu erfahren und eine Überprüfung der Entscheidung zu verlangen;
  • Link öffnet neues FensterScottish Courts and Tribunals Service - Gerichtstermine, die rechtskräftige Entscheidung des Gerichts in einem Verfahren oder eingelegte Rechtsmittel mit Begründung.

Habe ich Anspruch auf Prozesskostenhilfe (während der Ermittlungen oder des Gerichtsverfahrens)? Unter welchen Voraussetzungen?

Das Opfer einer Straftat ist in Schottland keine Partei in einem Strafverfahren. Wer als Opfer Rechtsberatung und rechtlichen Beistand benötigt, kann sich an einen Anwalt wenden. Möglicherweise besteht auch ein Anspruch auf Prozesskostenhilfe für diese Beratung und den Rechtsbeistand.

Der Link öffnet neues FensterScottish Legal Aid Board ist die schottische Prozesskostenhilfestelle.

Kann ich die Erstattung meiner Ausgaben beantragen (Teilnahme an den Ermittlungen/am Gerichtsverfahren)? Unter welchen Voraussetzungen?

Wenn Sie als Zeuge geladen sind, haben Sie möglicherweise Anspruch auf Erstattung verschiedener Kosten.

„Geladen“ bedeutet, dass Sie ein amtliches Schreiben, die sogenannte Ladung, erhalten haben, in der Sie aufgefordert werden, vor Gericht zu erscheinen und als Zeuge auszusagen.

Auf der Rückseite der Ladung finden Sie Hinweise darauf, wie Sie eine Kostenerstattung beantragen können, mit einem entsprechenden Formular.

Lesen Sie Ihre Ladung sorgfältig durch und legen Sie sie bei Gericht vor. Füllen Sie das Formular auf der Rückseite Ihrer Ladung aus, um bei demjenigen, der Sie als Zeuge geladen hat, die Erstattung Ihrer Ausgaben geltend zu machen.

Eine Barauszahlung ist nur in echten Härtefällen oder in anderen dringenden Fällen möglich. Sonderausgaben für Taxifahrten, Flüge und Übernachtungen müssen vorab vom Staatsanwalt genehmigt werden.

Sowohl abhängig beschäftigte als auch selbständig tätige Zeugen können ihren Verdienstausfall geltend machen. Da es bei Gericht keine Möglichkeit der Kinderbetreuung gibt, können Zeugen ihre Ausgaben für Kinderbetreuung und Babysitting geltend machen, die nach festen Sätzen erstattet werden. Wenn Sie für die Zeit Ihrer Abwesenheit eine Betreuung organisieren müssen, stehen Ihnen feste Erstattungssätze zu.

Kann ich Rechtsmittel einlegen, wenn mein Fall eingestellt wird, bevor es zu einer Anklage vor Gericht kommt?

Als Opfer einer Straftat in Schottland haben Sie das Recht, die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, eine ihr angezeigte Sache nicht zu verfolgen, überprüfen zu lassen, sofern die Entscheidung am oder nach dem 1. Juli 2015 getroffen wurde. Die Überprüfung sollte nach Möglichkeit innerhalb eines Monats ab dem Tag beantragt werden, an dem Ihnen mitgeteilt wurde, dass die Sache nicht weiter verfolgt wird. In der Regel wird Ihnen die Entscheidung über die Überprüfung innerhalb von 20 Arbeitstagen mitgeteilt. Der schottische Generalstaatsanwalt (Lord Advocate) hat entsprechende Link öffnet neues FensterVerfahrensregeln veröffentlicht.

Kann ich an der Hauptverhandlung beteiligt werden?

Das hängt davon ab, ob Sie als Zeuge geladen sind. Wenn Sie nicht als Zeuge geladen sind, können Sie sich beim Scottish Courts and Tribunals Service (schottischer Gerichtsdienst) erkundigen,

  • welche Straftaten einer Person zur Last gelegt werden, nachdem der Beschuldigte die Möglichkeit hatte, sich dazu zu äußern (nur nach den Beschuldigungen ganz allgemein);
  • was mit einer Sache vor Gericht geschieht;
  • wie der Richter oder Friedensrichter in der Sache entschieden hat.

Auf der Link öffnet neues FensterWebsite des Scottish Courts and Tribunals Service finden Sie genauere Informationen dazu, wie Sie Auskünfte über den Fall und seinen Aufruf bei Gericht und über demnächst anstehende Aufrufe bekommen können. Das gilt für:

  • den Obersten Gerichtshof (The High Court of Justiciary);
  • die schottischen Gerichte für Zivil- und Strafsachen (Sheriff Courts);
  • die Friedensgerichte (Justice of the Peace Courts).

Wenn Sie als Zeuge geladen sind, wird der Scottish Courts and Tribunals Service

  • Sie mindestens einmal pro Stunde über den Verlauf des Gerichtsverfahrens informieren und Ihnen mitteilen, wann Sie das Gericht verlassen dürfen;
  • getrennte Warteräume für die Zeugen der Anklage und der Verteidigung zur Verfügung stellen und Erfrischungen bereithalten;
  • Ihnen an dem betreffenden Tag jemanden schicken, der Ihnen das Verfahren der Zeugenaussage erläutert, wenn Sie berechtigt sind, Ihre Zeugenaussage live in einer Video-Schaltung zu machen.

Welche offizielle Rolle habe ich im Justizsystem? Ist meine Rolle festgelegt oder kann ich wählen zwischen: Opfer, Zeuge, Zivilpartei oder Privatkläger?

Das Opfer einer Straftat ist in Schottland keine Partei in einem Strafverfahren. Es liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ob das Opfer aufgefordert wird, vor Gericht auszusagen.

Welche Rechte und Pflichten habe ich in dieser Rolle?

Informationen über die Rechte als Opfer finden Sie im Link öffnet neues FensterVictims' Code, dem Leitfaden für die Opfer von Straftaten.

Wenn Sie als Zeuge aussagen sollen, wird Ihnen eine Ladung zugestellt. Dabei handelt es sich um ein amtliches Schreiben, in dem Sie aufgefordert werden, vor Gericht zu erscheinen und als Zeuge auszusagen.

Diese Ladung dürfen Sie auf keinen Fall ignorieren. Falls Sie aus einem triftigen Grund verhindert sind und den Gerichtstermin nicht wahrnehmen können, teilen Sie das demjenigen, der Sie als Zeuge geladen hat, unverzüglich mit. Sollten Sie zur angegebenen Zeit nicht am angegebenen Ort erscheinen, kann das Gericht Erzwingungshaft anordnen.

Manche Zeugen finden es schwierig auszusagen. Möglicherweise sind sie aufgrund ihrer Umstände oder der Art ihrer Aussage besonders schutzbedürftig. Das Gericht kann zusätzliche Sondermaßnahmen anordnen und diesen Personen damit helfen, die nach ihren Möglichkeiten beste Zeugenaussage zu machen. Beispielsweise kann der Zeuge durch einen Sichtschutz gegenüber dem Beschuldigten abgeschirmt werden. Sie sollten Ihre Bedenken gegenüber demjenigen, der Sie als Zeuge geladen hat, äußern, da er derjenige ist, der sich an das Gericht wenden kann, um Sondermaßnahmen für Sie zu beantragen.

Weitere Informationen für Zeugen finden Sie auf der Link öffnet neues FensterWebsite des Crown Office and Procurator Fiscal Service und auf den Websites von mygov.scot unter Link öffnet neues FensterGiving Evidence at Court.

Kann ich im Rahmen der Gerichtsverhandlung eine Erklärung abgeben oder eine Aussage machen? Unter welchen Voraussetzungen?

Es liegt im Ermessen der Staatsanwaltschaft, ob das Opfer aufgefordert wird, vor Gericht auszusagen. Die schottischen Zeugengesetze gelten für Opfer, die als Zeugen geladen sind.

Für Opfer, die als Zeugen geladen sind und als besonders schutzbedürftig gelten, können nach Link öffnet neues Fensterยง 271 bis 271M des Criminal Procedure (Scotland) Act 1995 Sondermaßnahmen angeordnet werden, um sie bei der Zeugenaussage zu unterstützen. Für Kinder und für die Opfer bestimmter Straftaten wie Sexualdelikte, Menschenhandel und Stalking gelten diese Maßnahmen automatisch.

Außerdem haben Opfer gemäß Link öffnet neues Fensterยง 14 des Criminal Justice (Scotland) Act 2003 die Möglichkeit, eine Opfererklärung (Victim Statement) abzugeben. Weitere Informationen über die Opfererklärung finden Sie Link öffnet neues Fensterhier.

Welche Informationen erhalte ich in der Gerichtsverhandlung?

Sie können sich an den Scottish Courts and Tribunals Service wenden, um Gerichtstermine, die rechtskräftige Entscheidung des Gerichts und möglicherweise eingelegte Rechtsmittel mit den Begründungen zu erfahren. Wenn Sie als Zeuge darauf warten, vom Gericht aufgerufen zu werden, wird Sie der Scottish Courts and Tribunals Service mindestens einmal pro Stunde über den Verlauf der Verhandlung informieren und Ihnen mitteilen, wann Sie das Gericht verlassen können.

Erhalte ich Einsicht in die Gerichtsakten?

Oben finden Sie Hinweise dazu, wo Sie weitere Informationen erhalten.

Letzte Aktualisierung: 29/01/2019

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3 - Meine Rechte nach der Gerichtsverhandlung

Kann ich gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen?

Rechtsmittel gegen ein Urteil kann nur die verurteilte Person oder die Staatsanwaltschaft einlegen.

Für die Staatsanwaltschaft gelten bestimmte Voraussetzungen. Sie kann Rechtsmittel nur einlegen gegen:

  • einen Freispruch - wenn das Urteil „nicht schuldig“ lautet oder der Angeklagte „aus Mangel an Beweisen“ freigesprochen wurde, jedoch nur in summarischen Verfahren (ohne Geschworene) und nur in einer Rechtsfrage;
  • das Urteil - aber nur, wenn es als „zu milde“ angesehen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter Link öffnet neues Fensterhttps://www.mygov.scot/after-the-verdict/the-appeals-process/.

Welche Rechte habe ich nach der Verurteilung?

Nachdem das Gericht den Angeklagten für schuldig befunden hat, kann die von Ihnen abgegebene Opfererklärung (Victim Statement) vom Richter im Hinblick auf das Strafmaß berücksichtigt werden.

Wenn das Ergebnis (das Urteil) nicht Ihren Erwartungen entspricht oder Sie nach der Urteilsverkündung Unterstützung benötigen, können Sie sich an verschiedene Hilfseinrichtungen wenden. Die Hotline von Victim Support Scotland (VSS) ist von montags bis freitags zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr erreichbar. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die von einer Straftat betroffene Menschen in Schottland unterstützt, und zwar unabhängig von der Art der Straftat. Sie erreichen die Hotline unter der Telefonnummer 0345 603 9213. Die Unterstützung wird kostenlos angeboten.

Verschiedene andere, auch spezialisierte Einrichtungen bieten kostenlos und vertraulich seelische Unterstützung und praktische Hilfe sowie wichtige Informationen für Opfer, Zeugen und andere von Straftaten betroffene Personen. Über diese Einrichtungen können Sie sich Link öffnet neues Fensterhier informieren.

Habe ich nach der Gerichtsverhandlung Anspruch auf Unterstützung oder Schutz? Wie lange?

Ja, es gibt eine Reihe von Opferhilfeeinrichtungen, die während des Verfahrens sowie vor- und hinterher kostenlos Unterstützung anbieten. Victim Support Scotland ist eine landesweite gemeinnützige Einrichtung, die seelische Unterstützung und praktische Hilfe für Opfer bietet und wichtige Informationen bereithält. Diese Dienste sind kostenlos und vertraulich.

Welche Informationen erhalte ich, wenn der Täter verurteilt wird?

Wenn Sie eine Opfererklärung (Victim Statement) abgegeben haben, kann diese beim Strafmaß berücksichtigt werden. Nachdem der Angeklagte für schuldig befunden wurde, muss der Richter über das Strafmaß entscheiden, d. h. er muss die Strafe verhängen. Der Richter trifft die Entscheidung nach Anhörung aller Aussagen und unter Berücksichtigung sämtlicher Hintergrundinformationen. Dazu gehören das Alter des Beschuldigten, medizinische Aspekte und eventuelle Vorstrafen. Dem Richter sind mehrere Sanktionsmöglichkeiten vorgegeben.

Weitere Informationen über Verurteilungen finden Sie Link öffnet neues Fensterhier.

Sie haben das Recht, Auskunft über die rechtskräftige Entscheidung des Gerichts und die Begründung zu verlangen. Dazu wenden Sie sich an den Link öffnet neues FensterScottish Courts and Tribunals Service.

Werde ich informiert, wenn der Täter entlassen wird (einschließlich vorzeitige oder bedingte Entlassung) oder aus der Haft flieht?

In allen Strafsachen haben Opfer das Recht, darüber informiert zu werden, wenn ein Häftling entlassen wird. Möglicherweise haben sie auch das Recht zu erfahren, wenn der Inhaftierte auf Bewährung entlassen werden soll, und sich beim Parole Board for Scotland (Bewährungskommission) schriftlich zu der Freilassung zu äußern. Dies ist das sogenannte Link öffnet neues FensterVictims Notification Scheme (VNS, Opferbenachrichtigungssystem).

Opfer von Straftätern, die zu einer Haftstrafe von weniger als 18 Monaten verurteilt sind, haben lediglich Anspruch auf Auskünfte im Zusammenhang mit der Entlassung oder der Flucht des Straftäters. Sie müssen sich nicht beim VNS anmelden, wenn Sie darüber informiert werden möchten, sondern können sich einfach an den Link öffnet neues FensterScottish Prison Service, die schottische Strafvollzugsbehörde, wenden.

Werde ich in die Entscheidung über die Haftentlassung oder die Strafaussetzung zur Bewährung einbezogen? Kann ich beispielsweise eine Aussage machen oder Einspruch einlegen?

Sie können beim Parole Board for Scotland eine Opfererklärung abgeben, die zu berücksichtigen ist, wenn eine Strafaussetzung auf Bewährung in Betracht gezogen wird. Opfer, die sich zu Teil 2 des VNS angemeldet haben, haben die Möglichkeit, beim Scottish Prison Service eine schriftliche Stellungnahme abzugeben, wenn der Straftäter erstmals für eine vorläufige Entlassung oder eine Entlassung unter Hausarrest in Betracht kommt, bzw. beim Parole Board for Scotland, wenn eine Strafaussetzung zur Bewährung erwogen wird. Victim Support Scotland kann Ihnen bei der Vorbereitung Ihrer Stellungnahme helfen.

Letzte Aktualisierung: 29/01/2019

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4 - Entschädigung

Wie kann ich Ansprüche auf Schadenersatz gegenüber dem Täter geltend machen? (z. B. Gerichtsverfahren, Zivilklage, Adhäsionsverfahren)

Strafverfahren

A. Entschädigungsanordnung

Nach ยง 249 bis 253 des Criminal Procedure (Scotland) Act 1995 (schottische Strafprozessordnung von 1995) kann jedes Strafgericht in Schottland einen Straftäter gegebenenfalls dazu verurteilen, dem Opfer für die durch die Straftat verursachten Verletzungen, Verluste oder Schäden eine Entschädigung zu zahlen, ohne dass eine separate Zivilklage angestrengt werden muss.

Gemäß Strafprozessordnung muss das Opfer bei Gericht nicht selbst einen Antrag auf eine „Compensation order“ (Entschädigungsanordnung) stellen. Der Staatsanwalt kann die Frage gegebenenfalls mit dem Gericht erörtern. In jedem Fall muss der Staatsanwalt dem Gericht alle verfügbaren Informationen über Ausmaß und Wert der Verletzungen, Verluste oder Schäden vorlegen.

Nach geltendem Recht kann das Opfer den Straftäter aber auch vor einem Zivilgericht verklagen oder (falls es physische oder psychische Schäden davongetragen hat) bei der Link öffnet neues FensterCriminal Injuries Compensation Authority (CICA) (Entschädigungsstelle für Opfer von Straftaten) eine Entschädigung beantragen. Von der Entschädigungsanordnung des Strafgerichts werden diese Rechte nicht berührt. Alle Beträge, die dem Opfer von einem Zivilgericht oder von der CICA zugesprochen werden, werden jedoch auf die Entschädigungsanordnung angerechnet.

Im ordentlichen Strafverfahren gibt es keine Obergrenze für die Entschädigungsanordnung.

Im summarischen Strafverfahren gelten folgende Höchstbeträge für die Entschädigungsanordnung:

  • Am Sheriff Court liegt die Obergrenze für eine Straftat bei 10 000 GBP. (Bei am oder nach dem 28. März 2011 begangenen Straftaten, für die höhere Geldbußen verhängt werden können, lautet die Entschädigungsanordnung auf diesen höheren Betrag.)
  • Am Peace Court (Friedensgericht) ist der Höchstbetrag für eine Straftat auf Stufe 4 der Standardskala (2500 GBP) begrenzt.

Zahlungen aufgrund einer Entschädigungsanordnung werden an die Geschäftsstelle geleistet, die den Betrag an die geschädigte Person weiterleitet.

B. Entschädigungsauflage einer Anordnung zu gemeinschaftsbezogener Wiedergutmachung

Wenn ein Angeklagter schuldig gesprochen wird, kann das Gericht unter bestimmten Voraussetzungen eine Community Payback Order (CPO, Anordnung zu gemeinschaftsbezogener Wiedergutmachung) erlassen. Nach ยง 227H des Criminal Procedure (Scotland) Act 1995 kann die Zahlung einer Entschädigung (mit der Auflage, den Straftäter unter Aufsicht zu stellen) Auflage einer CPO sein.

Es gelten die gleichen Höchstbeträge wie für die Entschädigungsanordnung (siehe oben).

Die Entschädigung kann als Gesamtbetrag oder in Raten an die Geschäftsstelle überwiesen werden, die den Betrag an den Geschädigten weiterleitet. Die Entschädigung muss spätestens 18 Monate nach Erlass der CPO oder zwei Monate vor Ablauf des Aufsichtszeitraums vollständig bezahlt sein, je nachdem, welcher Zeitpunkt früher eintritt. Versäumt es der Straftäter zu zahlen, verstößt er damit gegen die CPO.

C. Entschädigungsangebot seitens des Staatsanwalts

Nach ยง 302A des Criminal Procedure (Scotland) Act 1995 kann der Staatsanwalt einem mutmaßlichen Täter ein Entschädigungsangebot vorlegen, wenn eine erhebliche Straftat begangen wurde. Das Entschädigungsangebot ist eine wirksame direkte Maßnahme nach einer Straftat, durch die jemand einen finanziellen oder persönlichen Verlust erlitten hat oder in Angst oder Stress versetzt wurde.

Wenn das Entschädigungsangebot akzeptiert wird oder als akzeptiert gilt (weil der Täter das Angebot nicht förmlich abgelehnt hat), kann keine Strafverfolgung stattfinden, und es wird keine Eintragung ins Strafregister vorgenommen.

Gemäß Compensation Offer (Maximum Amount) Order 2008 (Verordnung über Entschädigungsangebote (Höchstbetrag) zur schottischen Strafprozessordnung von 1995 kann ein Entschädigungsangebot höchstens 5000 GBP betragen.

Der im Entschädigungsangebot festgesetzte Betrag wird an die Geschäftsstelle des Gerichts gezahlt, die ihn an den Geschädigten weiterleitet.

Zivilverfahren

Nach geltendem Recht hat ein Opfer das Recht, den Straftäter wegen der durch ihn verursachten Schäden zivilrechtlich zu verklagen. Wenn das Opfer vor einem Zivilgericht klagt, bestimmen die Verfahrensregeln des betreffenden Gerichts den weiteren Ablauf, je nachdem, ob die Klage vor einem Sheriff Court oder dem Court of Session erhoben wird. Die jeweiligen Verfahrensregeln finden Sie auf der Website des Link öffnet neues FensterScottish Courts and Tribunals Service unter „Rules and Practice“.

Da es nicht ganz einfach ist, ein Schriftstück oder einen Antrag aufzusetzen, und die verschiedenen Gerichtsverfahren ziemlich kompliziert sind, sollte man sich von einem Anwalt beraten lassen.

Adhäsionsverfahren - in Schottland nicht vorgesehen

Bei diesem Verfahren kann das Gericht über eine Entschädigung für das Opfer einer Straftat entscheiden. Anstelle eines separaten Zivilverfahrens macht das Opfer im Rahmen des Strafverfahrens einen zivilrechtlichen Anspruch gegen den Straftäter geltend. Dieses in einigen Rechtsordnungen vorgesehene Instrument gibt es in Schottland nicht.

Das Gericht verurteilte den Täter, mir Schadenersatz/eine Entschädigung zu zahlen. Wie kann ich sicherstellen, dass der Täter zahlt?

Durchsetzung eines Entschädigungsanspruchs in einer Strafsache

Der Betrag, der aufgrund

  • einer Entschädigungsanordnung (Compensation Order),
  • einer Entschädigungsauflage (Compensation Requirement) einer Anordnung auf gemeinschaftsbezogene Wiedergutmachung (Community Payback Order, CPO) oder
  • eines Entschädigungsangebots (Compensation Offer) seitens des Staatsanwalts

fällig wird, ist bei der Geschäftsstelle zu entrichten, die den Betrag an den Geschädigten weiterleitet.

Die Zahlung kann nur vom Gericht durchgesetzt werden. Auf keinen Fall darf sich der Geschädigte direkt an den Täter wenden oder versuchen, Kontakt zu ihm aufzunehmen, oder von ihm persönlich eine Zahlung entgegennehmen.

Wenn die aufgrund einer Entschädigungsanordnung oder eines Entschädigungsangebots fällige Zahlung ausbleibt, kann das Gericht den Betrag eintreiben durch:

  • Einbehaltung von Sozialleistungen,
  • Lohn- oder Gehaltspfändung,
  • Pfändung von Vermögenswerten oder
  • Beschlagnahme von Kraftfahrzeugen.

Wenn eine Entschädigungsauflage nicht erfüllt wird, stellt dies einen Verstoß gegen die CPO dar, und der Straftäter kann erneut vor Gericht gestellt werden. ยง 227ZC der schottischen Strafprozessordnung betrifft Verstöße gegen eine CPO und sieht entsprechende Sanktionen vor, die das Gericht verhängen kann.

Durchsetzung eines zivilrechtlichen Entschädigungsanspruchs

Wenn das Opfer mit seiner Klage vor dem Zivilgericht Erfolg hat und das Gericht ihm einen bestimmten Betrag zuspricht, sollte sich das Opfer an einen Gerichtsvollzieher wenden, der über das Einzugsverfahren Auskunft geben kann. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Link öffnet neues FensterSociety of Messengers-at-Arms and Sheriff Officers (Verband der Gerichtsvollzieher).

Kann der Staat eine Vorauszahlung leisten, falls der Täter nicht zahlt? Unter welchen Voraussetzungen?

Entschädigungszahlungen der CICA

Der Staat leistet keine Vorauszahlung an das Opfer einer Straftat, wenn der Straftäter vom Gericht zur Zahlung einer Entschädigung an das Opfer verurteilt wurde, diese Zahlung aber nicht geleistet hat. Siehe oben: Durchsetzung eines Entschädigungsanspruchs.

Habe ich Anspruch auf Entschädigung durch den Staat?

Die Criminal Injuries Compensation Authority (CICA) befasst sich mit Entschädigungsansprüchen von Menschen, die in England, Schottland oder Wales unschuldig Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind und dadurch physische oder psychische Verletzungen erlitten haben. Die staatliche Entschädigungsregelung für die Opfer von Gewalttaten (Criminal Injuries Compensation Scheme) regelt die Entschädigungskriterien und die Höhe der Entschädigungsleistungen.

Das Criminal Injuries Compensation Scheme 2012 ist ein staatlich finanziertes Instrument, das es ermöglicht, unschuldige Opfer, die durch eine Gewalttat unmittelbar schwere physische oder psychische Verletzungen erlitten haben, zu entschädigen. Die Regelungen und die Höhe der gezahlten Beträge werden vom britischen Parlament genehmigt. Die CICA ist für die Verwaltung der Entschädigungsregelung zuständig. Über jeden Antrag wird gesondert entschieden. In der Regelung ist festgelegt, für welche Verletzungen welche Entschädigung zu zahlen ist.

Unterschieden wird zwischen der Entschädigung für körperliche Schäden und der für tödliche Verletzungen, in einigen Fällen ergänzt durch eine Entschädigung für Verdienstausfall, Abhängigkeit oder Sonderausgaben.

Schwerstverletzten Opfern, Opfern von Vergewaltigung und anderen sexuellen Übergriffen, Opfern von Kindesmissbrauch sowie Hinterbliebenen können Entschädigungszahlungen zuerkannt werden. Für geringfügige Verletzungen sieht die Regelung keine Entschädigungen vor.

Nicht alle Entschädigungsansprüche werden erfüllt. Der Antragsteller muss nach den Bestimmungen der Entschädigungsregelung anspruchsberechtigt sein. Bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich der Staatsangehörigkeit und des Wohnsitzes müssen erfüllt sein (Nummern 10 bis 16 der Entschädigungsregelung). Anträge sind so schnell wie möglich zu stellen, auf jeden Fall aber innerhalb von zwei Jahren nach dem Ereignis, das zu der durch die Straftat verursachten Verletzung geführt hat (wobei dieser Zeitraum nach den Nummern 87 bis 89 in einigen Fällen verlängert werden kann). Der Antragsteller muss das Ereignis, das zu der Verletzung geführt hat, so schnell wie möglich anzeigen und so gut wie möglich dazu beitragen, dass Anklage gegen den Beschuldigten erhoben werden kann (Nummern 22 und 23). Eine Entschädigungszahlung kann aus verschiedenen Gründen verweigert oder gekürzt werden, etwa wenn das Verhalten des Antragstellers unangemessen und eine Entschädigung nicht gerechtfertigt ist (Nummer 25) oder wenn begangene Straftaten des Geschädigten zum Zeitpunkt der Antragstellung bei der CICA noch nicht getilgt sind (Nummer 26 und Anhang D). Weitere Informationen über die Entschädigungsregelung finden SieLink öffnet neues Fensterhier.

Habe ich Anspruch auf eine Sofortzahlung, solange ich auf die Entscheidung über meinen Anspruch auf Entschädigung warte?

Das Criminal Injuries Compensation Scheme 2012 steht als letztes Mittel zur Verfügung. Aufgrund dieser Entschädigungsregelung zu leistende Zahlungen sollen keinen akuten Bedarf decken. In den meisten Fällen wird die Forderung des Antragstellers erst geraume Zeit nach dem Ereignis geregelt. Erst wenn die CICA sicher ist, dass der Antragsteller anspruchsberechtigt ist, kann eine Zahlung erfolgen. Die CICA erkundigt sich bei der Polizei nach dem Schadensereignis und dem Antragsteller, um sicherzugehen, dass dieser die Kriterien erfüllt. Wenn die CICA überzeugt ist, dass der Antragsteller einen Anspruch hat, aber noch nicht abschließend entscheiden kann, wird sie eventuell eine Zahlung vornehmen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die CICA abwartet, bis die langfristigen Folgen der Verletzung des Antragstellers feststehen.

Habe ich Anspruch auf Entschädigung, wenn der Täter nicht verurteilt wird?

Das Opfer einer Gewalttat kommt auch dann für eine Entschädigung in Betracht, wenn der Täter unbekannt oder noch nicht verurteilt ist (Nummer 9 des Criminal Injuries Compensation Scheme). Das setzt allerdings voraus, dass der Antragsteller das Ereignis bei der Polizei so schnell wie möglich angezeigt und so gut wie möglich kooperiert hat, damit Anklage gegen den Täter erhoben werden kann (Nummern 22 und 23). Der Antragsteller kann daher nur mit einer Entschädigung rechnen, wenn er umfassend zur Untersuchung der Straftat und der anschließenden Strafverfolgung beigetragen hat.

Letzte Aktualisierung: 29/01/2019

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5 - Mein Anspruch auf Unterstützung und Hilfe

An wen kann ich mich wenden, um Unterstützung und Hilfe zu erhalten?

Sie können Opferunterstützungsdienste in Anspruch nehmen, Link öffnet neues Fensterauch wenn die Straftat nicht bei der Polizei angezeigt wurde.

Unabhängig davon, ob Sie eine Straftat anzeigen oder nicht Link öffnet neues Fensteroder ob Sie noch unentschlossen sind, bietet Ihnen Victim Support Scotland seelische Unterstützung und praktische Hilfe.

Wenn Sie Link öffnet neues Fenstereine Straftat anzeigen, kann die Polizei mit Ihrer Zustimmung Ihre Angaben an Victim Support Scotland weiterleiten.

Sie können sich auch an die Beratungsstelle Link öffnet neues FensterVictim Information and Advice (VIA) wenden, wenn es

  • um häusliche Gewalt,
  • um Kinder als Opfer oder Zeugen,
  • um Hasskriminalität oder
  • um eine Sexualstraftat geht oder
  • wenn davon auszugehen ist, dass ihr Fall vor einem Geschworenengericht verhandelt wird.

VIA informiert Sie über das Strafjustizsystem und über die weitere Verfolgung Ihres Falls und vermittelt Ihnen den Kontakt zu anderen Hilfseinrichtungen.

Hotline der Opferhilfe

Victim Support Scotland betreibt eine Hotline, die montags bis freitags zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr besetzt ist. Die gemeinnützige Einrichtung hilft Menschen in ganz Schottland, die von Kriminalität betroffen sind, wobei die Art der Straftat keine Rolle spielt. Sie ist unter der Nummer 0800 160 1985 zu erreichen. Die Unterstützung wird kostenlos gewährt. Verschiedene andere Organisationen, darunter spezialisierte Einrichtungen, bieten Opfern, Zeugen und anderen von Straftaten Betroffenen kostenlos und vertraulich seelische Unterstützung und praktische Hilfe sowie wichtige Informationen. Weitere Informationen über diese Anlaufstellen finden Sie Link öffnet neues Fensterhier.

Ist die Opferhilfe kostenfrei?

Victim Support Scotland bietet Opfern, Zeugen und anderen von Straftaten Betroffenen kostenlos und vertraulich Unterstützung.

Welche Arten von Unterstützung kann ich von staatlichen Behörden oder Diensten erhalten?

Unterstützung bei Gericht

Zur Unterstützung von Zeugen, die vor Gericht geladen sind, stehen an allen Standorten von High Courts und Sheriff Courts geschulte Mitarbeiter von Victim Support Scotland und ehrenamtliche Helfer bereit. Sie können Ihnen

  • praktische Unterstützung bieten und Sie darüber informieren, was bei Gericht passiert;
  • vor Beginn des Verfahrens einen Besuch des Gerichts ermöglichen, damit Sie sich eine Vorstellung davon machen können, was Sie erwartet.

Manche geladene Zeugen können aufgrund der Umstände oder der Art der Straftat zusätzliche Unterstützung erhalten. Weitere Informationen über Zeugenaussagen vor Gericht und über Sondermaßnahmen für schutzbedürftige Zeugen finden Sie Link öffnet neues Fensterhier. Wenn Sie Opfer einer Straftat sind, aber nicht als Zeuge geladen wurden, werden Sie möglicherweise auch nicht über das Verfahren informiert. Sie können aber um Auskunft darüber bitten, wie die Sache vom Gericht behandelt wird.

Welche Arten von Unterstützung kann ich von Nichtregierungsorganisationen erhalten?

Je nach Organisation können Sie unterschiedliche Arten von Unterstützung erhalten. Victim Support Scotland unterstützt Tatopfer auf lokaler Ebene in jeder Kommune in Schottland. Darüber hinaus leistet Victim Support Scottland an jedem Strafgericht in Schottland Zeugenbetreuung.

Eine Reihe weiterer gemeinnütziger Einrichtungen steht für die Opfer bestimmter Straftaten zur Verfügung, beispielsweise Rape Crisis Scotland, TARA (Trafficking Awareness Raising Alliance) zur Unterstützung von Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind, oder die Organisation Migrant Help, die ebenfalls Opfer von Menschenhandel unterstützt. Auch Children 1st, Scottish Women's Aid und PETAL sind gemeinnützige Organisationen, die Opfer von Straftaten unterstützen. Weitere Informationen über diese Einrichtungen finden Sie Link öffnet neues Fensterhier.

Letzte Aktualisierung: 29/01/2019

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