Beschuldigte (Strafverfahren)

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Stehen mir Rechtsmittel zur Verfügung?

Sie können sowohl gegen das in der Hauptverhandlung gefällte Urteil als auch gegen das Strafmaß Berufung einlegen. Dazu müssen Sie beim Court of Criminal Appeal einen Berufungsantrag einreichen. Wenn Sie sich gegen ein Urteil des Court of Magistrates wenden, haben Sie dafür acht Arbeitstage Zeit. Im Falle eines Schuldspruchs der Geschworenen und der nachfolgenden Strafzumessung durch den Criminal Court müssen Sie innerhalb von fünfzehn Arbeitstagen ab Verkündung des Strafmaßes Berufung einlegen.

In beiden Fällen können Sie sich sowohl gegen die Sachentscheidung als auch gegen das Strafmaß wenden.

Was geschieht, wenn ich Berufung einlege?

Wenn Sie vom Court of Magistrates zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sind, wird durch Ihren Berufungsantrag der Strafvollzug bis zum Ende des Berufungsverfahrens ausgesetzt.

Falls Sie jedoch nach einem Schuldspruch vom Criminal Court zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, kommen Sie sofort ins Gefängnis und eine Berufung hat nicht die Aussetzung des Strafvollzugs zur Folge. In diesem Fall können Sie beantragen, bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt zu werden. Dem wird jedoch in der Regel nicht stattgegeben.

Wie lange es bis zur Berufungsverhandlung dauert, ist nicht verbindlich festgelegt, gewöhnlich vergehen jedoch einige Monate.

In der Regel können Sie im Berufungsverfahren keine neuen Beweise vorlegen. Dies ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn das betreffende Beweismittel zum Zeitpunkt der Hauptverhandlung Ihnen nicht bekannt oder unzulässig war.

Was geschieht in der Berufungsverhandlung?

Wenn im Falle einer Berufung gegen eine Entscheidung des Court of Magistrates Zeugenaussagen nicht zu Protokoll genommen wurden, werden die betreffenden Zeugen gehört. Anschließend nehmen Ihr Verteidiger und der Staatsanwalt mündlich für und gegen die Berufung Stellung.

Wurden die Zeugenaussagen zu Protokoll genommen, sind lediglich die mündlichen Vorträge erforderlich. Bei einer gegen das vom Criminal Court verhängte Strafmaß gerichteten Berufung begründet Ihr Verteidiger Ihre Berufung mündlich und der Staatsanwalt erwidert auf diesen Vortrag.

Am Ende der Berufungsverhandlung werden Sie freigesprochen oder im Sinne der Anklage verurteilt. Sie können auch in einzelnen Anklagepunkten freigesprochen oder verurteilt werden.

Was geschieht, wenn die Berufung erfolgreich/erfolglos ist?

Wenn Ihre Berufung erfolgreich ist, wird das Urteil je nach Ihrem Berufungsantrag abgeändert oder aufgehoben.

Ist Ihre Berufung erfolglos, wird die Entscheidung des Gerichts bestätigt. In diesem Fall werden Sie, wenn Sie vom Court of Magistrates zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sind, unverzüglich verhaftet.

Gegen ein Urteil des Court of Criminal Appeal können Sie kein weiteres Rechtsmittel bei einem anderen Gericht einlegen. Falls das erstinstanzliche Urteil falsch war, haben Sie nicht automatisch Anspruch auf Entschädigung.

Falls Ihre Berufung erfolgreich ist und die Entscheidung aufgehoben wird, wird Ihre Verurteilung nicht ins Strafregister eingetragen.

Eine Verurteilung wird rechtskräftig, wenn gegen das Urteil des Court of Magistrates oder des Criminal Court nicht fristgerecht Berufung eingelegt wird oder wenn ein entsprechender Beschluss des Court of Criminal Appeal ergeht.

Ich komme aus einem anderen Mitgliedstaat. Kann ich nach der Hauptverhandlung dorthin zurückgeschickt werden?

Wenn Sie aus einem anderen Mitgliedstaat kommen, werden Sie vom Gericht nicht dorthin zurückgeschickt. Sie können jedoch die Regierung ersuchen, Ihre Haft in Ihrem Mitgliedstaat verbüßen zu dürfen.

Auch Ihre Regierung kann dieses Ersuchen entweder von sich aus oder auf Ihren Wunsch hin stellen. Die Entscheidung darüber ist von beiden Regierungen einvernehmlich zu treffen.

Die Überstellung erfolgt nicht automatisch, sondern muss auf Ihren Antrag und/oder auf Ersuchen Ihrer Regierung veranlasst werden.

Ob Sie in Ihr Land zurückgeschickt werden, wird nicht von einem Gericht entschieden, sondern zwischen Ihrer Regierung und der Regierung des Mitgliedstaats, in dem Sie wegen einer Straftat verurteilt worden sind, vereinbart. Somit ist dagegen kein Rechtsmittel möglich.

Werden Informationen über die Anklage und/oder die Verurteilung in mein Strafregister eingetragen?

Anklagen, die zu Ihrer Verurteilung geführt haben, erscheinen in Ihrem Führungszeugnis. In einigen Fällen, etwa wenn Sie zum Zeitpunkt der Straftat noch nicht 18 Jahre alt waren, wird die Verurteilung jedoch nicht in Ihr Führungszeugnis eingetragen.

Diese Informationen werden vom Commissioner of Police im Police Headquarters aufbewahrt.

Ihr Strafregister wird vom Commissioner of Police unbefristet geführt. Nach Ablauf bestimmter Verjährungsfristen, die je nach Länge Ihrer Strafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren liegen, erscheinen Verurteilungen nicht mehr in Ihrem Führungszeugnis. Bestimmte Verurteilungen, etwa im Zusammenhang mit Drogendelikten, erscheinen jedoch dauerhaft und ungeachtet jeglicher Fristen in Ihrem Führungszeugnis.

Zum Führen Ihres Strafregisters durch den Commissioner of Police ist Ihre Einwilligung nicht erforderlich. Sie können der Speicherung dieser Daten nicht widersprechen, da sie gesetzlich vorgesehen ist.

Letzte Aktualisierung: 20/12/2016

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